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Selbstvorstellung im Vorstellungsgespräch – so überzeugst du in den ersten zwei Minuten

Vorstellungsgespräch: „Erzählen sie etwas über sich“ am Beispiel

„Erzählen Sie etwas über sich“ – kaum eine Frage im Vorstellungsgespräch klingt harmloser, und kaum eine sorgt für mehr Verwirrung. Was soll man sagen? Wie lang darf es sein? Fangen die Leute mit der Schule an, mit dem Hobby, mit dem Berufswunsch? Wer darauf keine Antwort hat, gerät ins Stocken – ausgerechnet am Anfang des Gesprächs, wenn der erste Eindruck entsteht.

Dabei ist diese Frage eigentlich ein Geschenk. Sie gibt die Möglichkeit, das Gespräch von Anfang an in eine Richtung zu lenken, die man selbst wählt. Wer gut vorbereitet ist, nutzt diese zwei Minuten, um genau die drei oder vier Dinge zu sagen, die ihn von anderen Bewerbern unterscheiden – und die den Ausbilder neugierig machen auf mehr.

Dieser Artikel erklärt, wie eine gute Selbstvorstellung aufgebaut ist, was hineingehört und was besser wegbleibt. Dazu gibt es mehrere konkrete Beispiele für unterschiedliche Situationen – von der Ausbildungsbewerbung bis zum Schülerpraktikum.

Was „Erzählen Sie etwas über sich“ wirklich bedeutet

Diese Frage ist keine Einladung zum Lebenslauf vorlesen. Was der Ausbilder hören möchte, ist nicht die chronologische Abfolge aller Schulen und Noten – die stehen bereits auf den Unterlagen, die er gerade vor sich hat. Was er wirklich wissen will: Wer ist diese Person? Was treibt sie an? Warum sitzt sie hier und nicht woanders?

Eine gute Selbstvorstellung beantwortet genau das – in knapper Form, in eigenen Worten, mit einer klaren Linie. Nicht zu lang (mehr als zwei Minuten verliert die Aufmerksamkeit), nicht zu kurz (drei Sätze wirken unvorbereitet), nicht auswendig gelernt (das klingt man, und es klingt hohl). Das Ziel ist ein strukturierter, aber natürlicher Monolog, der das Gespräch eröffnet und den Gesprächspartner einlädt, weiterzufragen.

Der Aufbau: Eine bewährte Struktur

Eine Selbstvorstellung folgt am besten einer klaren Dramaturgie: Wer bin ich – was habe ich bisher gemacht – warum bin ich hier. Dieser Dreischritt funktioniert, weil er logisch ist und dem Zuhörer eine klare Orientierung gibt.

  1. Einstieg: Wer bin ich?Name, aktuelle Schule oder letzte Station, Alter – in einem einzigen Satz. Nicht mehr. „Mein Name ist Lisa Müller, ich bin 16 Jahre alt und besuche derzeit die 10. Klasse der Realschule in Stuttgart.“ Das ist der Anker.
  2. Hauptteil: Was habe ich bisher gemacht?Hier kommt das, was relevant ist – ein früheres Praktikum, ein Ehrenamt, eine besondere schulische Leistung, ein Hobby, das zum Beruf passt. Nicht alles aufzählen, sondern das Passendste auswählen. Zwei bis drei Punkte, konkret und kurz.
  3. Übergang: Warum dieser Beruf?Was hat das Interesse an dieser Ausbildung oder diesem Praktikum geweckt? Ein konkretes Erlebnis ist stärker als eine allgemeine Aussage. „Seit meinem Praktikum in einer Tierarztpraxis weiß ich, dass ich genau das machen möchte“ wirkt echter als „Ich interessiere mich für Tiere“.
  4. Schluss: Warum hier?Ein kurzer, selbstbewusster Abschluss: Warum dieser Betrieb, nicht ein anderer? Ein konkreter Bezug – ein Produkt, ein Wert, eine Besonderheit – zeigt echte Vorbereitung. „Ich habe mich besonders für Ihren Betrieb entschieden, weil…“ ist ein starker letzter Satz.
Tipp zum Lesen:  Bewerbung für ein Schülerpraktikum schreiben – Aufbau, Tipps und Muster

Drei Beispiele für verschiedene Situationen

Abstrakte Tipps helfen nur bis zu einem Punkt – deshalb folgen hier drei vollständige Beispiele, die zeigen, wie eine Selbstvorstellung klingen kann. Alle sind fiktiv und zum Anpassen gedacht.

Beispiel 1: Bewerbung um eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement

„Mein Name ist Anna Berger, ich bin 16 Jahre alt und schließe diesen Sommer die Realschule in München ab. In der Schule war ich besonders stark in Deutsch und Wirtschaft, und ich habe im letzten Jahr den Schülerrat mitorganisiert – das hat mir gezeigt, dass mir strukturiertes Arbeiten und der Kontakt mit Menschen wirklich Spaß macht. Im Februar habe ich ein zweiwöchiges Praktikum in einem Steuerberatungsbüro gemacht, wo ich erste Einblicke in Büroabläufe bekommen habe. Danach war mir klar, dass ich in diesem Bereich arbeiten möchte. Ihr Unternehmen hat mich besonders angesprochen, weil Sie auch jungen Auszubildenden früh eigene Aufgaben übertragen – das motiviert mich.“

Beispiel 2: Bewerbung um ein Schülerpraktikum in einer Schreinerei

„Ich heiße Tom Fischer, bin 14 Jahre alt und gehe in die 8. Klasse der Hauptschule Freiburg. Holz und Handwerk begeistern mich seit ich klein bin – zu Hause baue ich mit meinem Vater Möbel und kleine Projekte in der Garage. Letztes Jahr habe ich bei einem Schulprojekt ein Vogelhaus aus Holz gebaut, das am Ende sogar ausgestellt wurde. Ich möchte in meinem Praktikum sehen, wie das in einem echten Betrieb funktioniert, und herausfinden, ob Schreiner wirklich mein Beruf sein soll.“

Beispiel 3: Bewerbung um eine Ausbildung als Pflegefachkraft

„Mein Name ist Sarah Kohl, ich bin 17 Jahre alt und mache gerade meinen Realschulabschluss in Köln. Ich habe meine Großmutter in den letzten zwei Jahren bei ihrer Pflege zu Hause unterstützt und in dieser Zeit gemerkt, dass genau dieser Kontakt mit Menschen mir viel bedeutet. Ich bin außerdem seit einem Jahr als Ehrenamtliche beim Deutschen Roten Kreuz tätig und habe dort einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Die Ausbildung zur Pflegefachkraft erscheint mir als der richtige nächste Schritt – und Ihr Haus hat mich besonders überzeugt, weil Sie auf eine enge Begleitung der Auszubildenden setzen.“

Notizbuch mit handgeschriebenen Stichpunkten zur Vorbereitung der Selbstvorstellung im Vorstellungsgespräch

Was gut funktioniert – und was nicht

Die drei Beispiele oben zeigen einige gemeinsame Merkmale: Sie sind konkret, sie erzählen etwas statt es nur zu behaupten, und sie enden mit einem klaren Bezug zum Betrieb. Was sie nicht tun: Sie fangen nicht mit „Ich bin ein kommunikativer Mensch“ an. Sie zählen keine Noten auf. Und sie klingen nicht wie ein vorgelesenes Dokument.

Tipp zum Lesen:  Wie bewirbt man sich für eine Ausbildung? Schritt für Schritt erklärt

Was in einer Selbstvorstellung nicht funktioniert, ist leicht zusammengefasst: Eigenschaften ohne Beleg („Ich bin sehr zuverlässig“), allgemeine Aussagen ohne Bezug zum Betrieb („Ich möchte etwas Sinnvolles tun“) und ein chronologischer Durchlauf des gesamten Lebenslaufs. All das nimmt Zeit, ohne etwas zu sagen – und kostet Aufmerksamkeit, die man sich für die eigentlichen Fragen aufsparen sollte.

✅ Vorteile❌ Nachteile
Konkrete Erlebnisse nennen statt Eigenschaften behaupten„Ich bin teamfähig, kreativ und belastbar“ ohne jeden Beleg
Einen klaren Bezug zum Betrieb herstellenDieselbe Vorstellung für jeden Betrieb verwenden
Natürlich sprechen, auch wenn man vorbereitet istAuswendig lernen und runterrattern
Zwei bis drei Minuten – knapp und präziseFünf Minuten Monolog, der den Ausbilder zum Unterbrechen zwingt

Vorbereitung: So übt man die Selbstvorstellung

Eine gute Selbstvorstellung entsteht nicht beim ersten Versuch. Sie braucht ein paar Durchläufe – am besten laut, nicht im Kopf. Wer die Worte einmal gesagt hat, erinnert sich besser daran. Wer sie zehnmal gesagt hat, sagt sie im Gespräch wie selbstverständlich, ohne roboterhaft zu klingen.

Konkret hilft es, die Selbstvorstellung aufzuschreiben, dann laut zu lesen, dann frei zu formulieren – immer wieder, bis die Kernaussagen sitzen. Eine Vertrauensperson zuhören lassen und Feedback einholen ist ebenfalls sehr wirksam. Was von außen unnatürlich klingt, fällt einem selbst oft nicht auf.

💡
Tipp: Die Selbstvorstellung einmal mit dem Smartphone aufnehmen und anhören. Was holprig klingt, wird beim nächsten Versuch besser. Was gut klingt, gibt Sicherheit für den echten Termin.[/pe_infobox>

Wer sich grundsätzlich noch auf die Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf befindet und noch nicht weiß, worüber er im Gespräch berichten soll, findet im Artikel Kreative Berufe für Quereinsteiger einen guten Überblick über Möglichkeiten jenseits der ausgetretenen Pfade.

Zusammenfassung: Eine gute Selbstvorstellung ist strukturiert, konkret und natürlich. Sie folgt dem Dreischritt Wer bin ich – was habe ich gemacht – warum bin ich hier, dauert etwa zwei Minuten und endet mit einem klaren Bezug zum Betrieb. Üben ist dabei keine Option, sondern Pflicht.
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Das Vorstellungsgespräch beginnt in dem Moment, in dem man den Raum betritt. Die Selbstvorstellung ist der erste Satz dieses Auftritts – und wer diesen Satz kennt, geht selbstbewusster rein als jeder, der hofft, im Moment die richtigen Worte zu finden. Vorbereitung ist kein Trick. Sie ist der Unterschied.

Tipp zum Lesen:  Was muss alles in eine Bewerbung für eine Ausbildung? Die Checkliste

Weiterführende Artikel

Wer den gesamten Bewerbungsprozess von der Stellensuche bis zum Gespräch im Überblick haben möchte, findet alle Schritte im Artikel Wie bewirbt man sich für eine Ausbildung?. Und wer noch an den schriftlichen Unterlagen arbeitet, liest am besten zuerst Was muss alles in eine Bewerbung?.

Häufige Fragen

Zwei Minuten sind ideal – lang genug, um etwas Substanzielles zu sagen, kurz genug, um die Aufmerksamkeit zu halten. Wer merkt, dass er deutlich länger braucht, hat zu viele Details drin. Wer unter einer Minute bleibt, hat zu wenig vorbereitet.
Nein. Der Ausbilder hat den Lebenslauf vor sich. Eine Selbstvorstellung ist keine Zusammenfassung des Lebenslaufs, sondern eine persönliche Ergänzung dazu – mit Kontext, Motivation und Persönlichkeit.
Kurz pausieren, tief einatmen, mit dem letzten klaren Gedanken weitermachen. Das passiert – auch erfahrenen Bewerbern. Wer nicht in Panik gerät, sondern ruhig weitermacht, hinterlässt trotzdem einen guten Eindruck.
Für das Gespräch selbst eher nicht – Notizzettel in der Hand wirken unsicher. Für die Vorbereitung davor ist ein Stichpunktezettel ideal. Wer die Kernpunkte kennt, braucht ihn im Gespräch nicht mehr.
Das ist kein schlechtes Zeichen – es bedeutet meistens, dass etwas Interesse geweckt hat. Einfach auf die Frage eingehen und danach – wenn sinnvoll – den roten Faden wieder aufnehmen.

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  • Beitrag zuletzt geändert am:25. Juni 2026