Einen Lebenslauf für ein Schülerpraktikum zu schreiben fühlt sich für die meisten wie eine unlösbare Aufgabe an – weil man das Gefühl hat, noch nichts vorzuweisen zu haben. Dabei ist das genau der falsche Gedanke. Ein Schülerlebenslauf muss nicht beeindruckend lang sein. Er muss vollständig, ehrlich und übersichtlich sein. Das reicht – und das ist erreichbar.
Dieser Artikel zeigt, was in einen Lebenslauf für ein Schülerpraktikum gehört, wie er aufgebaut wird und was Schüler häufig falsch machen. Dazu gibt es ein vollständiges Muster, das direkt als Vorlage genutzt werden kann.
Was ein Schülerlebenslauf leisten muss
Ein Lebenslauf für ein Praktikum hat eine einzige Aufgabe: dem Betrieb auf einen Blick zeigen, wer man ist. Schule, Alter, vielleicht ein Nebenjob oder Ehrenamt, Kenntnisse und Interessen. Mehr braucht es nicht. Wer versucht, auf zwei Seiten zu kommen, füllt den Lebenslauf mit Details, die niemanden interessieren. Eine Seite ist das Ziel – klar, strukturiert, fehlerfrei.
Besonders wichtig: Ein Schülerlebenslauf wird tabellarisch geschrieben, nicht als Fließtext. Links steht der Zeitraum, rechts die Station oder Information. Was ein ausformulierter Lebenslauf ist und wann er verlangt wird, erklären wir im Artikel Was ist ein ausformulierter Lebenslauf? – für das Schülerpraktikum ist er in den allermeisten Fällen nicht nötig.
Aufbau: Was kommt in welcher Reihenfolge?
Der Aufbau eines Schülerlebenslaufs folgt einer klaren Logik – von oben nach unten, vom Persönlichen zum Inhaltlichen. Die einzelnen Abschnitte sind überschaubar, aber jeder hat seine Funktion.
- Persönliche DatenName, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Geburtsdatum. Das Bewerbungsfoto gehört oben rechts auf die Seite. Alles vollständig und aktuell – keine veraltete Handynummer, keine Schul-E-Mail, die nach dem Schuljahr ungültig wird.
- SchulbildungAlle besuchten Schulen mit vollständigem Namen, Ort und Zeitraum – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, also die aktuelle Schule zuerst. Den aktuellen Abschluss oder den erwarteten Abschluss mit Datum ergänzen.
- Praktische ErfahrungenHier kommen frühere Praktika, Nebenjobs, Babysitting, Zeitungsaustragen oder ähnliches hin – sofern vorhanden. Wer noch gar keine Erfahrung hat, lässt diesen Abschnitt einfach weg. Das ist keine Schwäche.
- Kenntnisse und FähigkeitenSprachkenntnisse mit Niveau, EDV-Kenntnisse (welche Programme, wie sicher), besondere Fertigkeiten wie Erste Hilfe, Führerschein (auch Moped ab 15) oder musikalische Ausbildung.
- Hobbys und InteressenDieser Abschnitt ist beim Schülerlebenslauf wichtiger als bei erfahrenen Bewerbern – er zeigt Persönlichkeit und Interessen, die noch keine Berufsbiografie ersetzen. Besonders gut: Hobbys mit Bezug zum angestrebten Praktikumsbereich.
- Ort, Datum und UnterschriftUnter den Lebenslauf gehören Ort, das aktuelle Datum und eine handschriftliche Unterschrift – auch beim digitalen Lebenslauf ist eine eingescannte Unterschrift üblich.
Hobbys im Lebenslauf: Mehr als Lückenfüller
Viele Schüler schreiben bei Hobbys einfach „Sport, Musik, Lesen“ – und verschenken damit eine echte Chance. Hobbys erzählen etwas über eine Persönlichkeit, wenn man sie konkret benennt. „Fußball im Vereinsverein seit 4 Jahren“ sagt mehr als „Sport“. „Gitarre, wöchentliche Proben mit einer Band“ sagt mehr als „Musik“. Und wer sich für ein Tierklinik-Praktikum bewirbt und im Lebenslauf „ehrenamtliche Mitarbeit im Tierheim seit 2024″ stehen hat, hat damit bereits einen starken Trumpf ausgespielt.
Der Zusammenhang zwischen Hobby und Berufsbild muss dabei nicht immer direkt sein. Wer für ein Praktikum in einer Werbeagentur kämpft und im Lebenslauf einen eigenen Instagram-Account mit selbst erstellten Grafiken erwähnt, zeigt kreative Initiative. Wer ein Praktikum im sozialen Bereich anstrebt und Nachhilfe für jüngere Schüler gibt, zeigt Empathie und Verantwortungsbewusstsein. Wer noch auf der Suche nach dem richtigen Hobby ist, das auch für spätere Bewerbungen überzeugt, findet im Artikel Welches Hobby passt zu mir? einen guten Einstieg.
Vollständiges Muster: Lebenslauf für ein Schülerpraktikum
Das folgende Beispiel zeigt einen vollständigen tabellarischen Lebenslauf für ein Schülerpraktikum. Die Person – Jonas Weber – bewirbt sich bei einem Architektur- und Planungsbüro. Alle Angaben sind fiktiv.
Lebenslauf
| Name | Jonas Weber |
| Adresse | Gartenstraße 11, 80333 München |
| Telefon | 089 456789 |
| jonas.weber@email.de | |
| Geburtsdatum | 02. September 2009, München |
| Staatsangehörigkeit | deutsch |
Schulbildung
| seit 09/2021 | Wilhelmsgymnasium München, voraussichtlicher Abschluss: Abitur 2028 |
| 09/2016 – 07/2021 | Grundschule an der Situlistraße, München |
Kenntnisse und Fähigkeiten
| Sprachen | Deutsch (Muttersprache), Englisch (B1), Französisch (Grundkenntnisse) |
| EDV | Microsoft Office (Word, PowerPoint, Excel), sicherer Umgang; erste Erfahrungen mit Sketchup (3D-Modellierung, Selbststudium) |
| Sonstiges | Führerschein Klasse AM (Moped), Erste-Hilfe-Kurs (05/2025) |
Hobbys und Interessen
| Architektur und Design | Sammle Architekturmagazine, besuche regelmäßig Ausstellungen; eigene Zeichnungen und Raumskizzen als Hobby seit 3 Jahren |
| Sport | Mitglied im Basketballverein München Nord seit 2020, zweimal wöchentliches Training |
| Musik | Klavier, Unterricht seit 2018, regelmäßige Auftritte bei Schulkonzerten |
München, 24. Juni 2026
Jonas Weber

Was dieses Muster zeigt – und wie man es anpasst
Das Beispiel oben macht mehrere Dinge richtig: Die Tabellen sind übersichtlich, jede Angabe ist vollständig und mit Kontext versehen. Das Hobby „Architekturzeichnen“ passt direkt zum angestrebten Praktikumsplatz und ist konkret beschrieben – nicht nur als Stichwort. Der Erste-Hilfe-Kurs mit Datum zeigt Sorgfalt. Und die Kenntnisse sind realistisch eingeschätzt, nicht aufgebläht.
Was beim Anpassen wichtig ist: Nie Fähigkeiten angeben, die man nicht hat. Wer „Sketchup – fortgeschrittene Kenntnisse“ schreibt, ohne es wirklich zu können, sitzt beim Praktikum vor einem Problem. Wer „erste Erfahrungen im Selbststudium“ schreibt, ist ehrlich – und das reicht.
| ✅ Vorteile | ❌ Nachteile |
|---|---|
| Mit Foto: wirkt vollständig und professionell, entspricht der deutschen Bewerbungstradition | Ohne Foto: rechtlich unbedenklich, manche moderne Betriebe bevorzugen das sogar |
| Ein gutes Foto hinterlässt einen freundlichen, persönlichen ersten Eindruck | Ein schlechtes Foto – Schnappschuss, schlechte Beleuchtung – schadet mehr als es nützt |
| Im Zweifel: ein neutrales, freundliches Foto mit ruhigem Hintergrund reicht vollkommen | Profifoto nicht nötig – aber das Smartphone-Selfie im Badesee auch nicht |
Häufige Fehler, die man leicht vermeidet
Der häufigste Fehler bei Schülerlebensläufen ist die unvollständige Schulangabe – nur der Schulname ohne Ort, ohne Zeitraum, ohne Abschluss. Das zweite große Problem: Copy-paste aus dem Internet ohne Anpassung. Wenn derselbe Lebenslauf für ein Tierarztpraktikum und ein Ingenieurbüro eingereicht wird, merken das beide Betriebe. Nicht weil der Name falsch ist, sondern weil die Hobbys und Interessen nicht passen.
Außerdem: E-Mail-Adressen prüfen. Adressen wie „coolboy2009@“ oder „princess_lena@“ gehören nicht in eine Bewerbung. Eine neutrale Adresse aus Vor- und Nachname ist in wenigen Minuten angelegt und kostet nichts.
Ein Lebenslauf ist kein Versprechen und keine Selbstdarstellung – er ist ein ehrliches Dokument. Wer das verinnerlicht und ihn so schreibt, spart sich Stress im Vorstellungsgespräch und legt den richtigen Grundstein für alle Bewerbungen, die danach kommen.
Weiterführende Artikel
Wer neben dem Lebenslauf auch das Anschreiben für sein Praktikum braucht, findet im Artikel Bewerbung für ein Schülerpraktikum schreiben ein vollständiges Muster-Anschreiben. Und wer wissen möchte, was alles in eine komplette Bewerbungsmappe gehört, liest am besten Was muss alles in eine Bewerbung?.
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